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Hirschhorner SPD bestätigt Vorstandsspitze – Intensive Diskussion über das Flüchtlingsthema

Hirschhorner SPD bestätigt Vorstandsspitze - Intensive Diskussion über das Flüchtlingsthema
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Die Hirschhorner SPD setzt bei der Vorstandsspitze auf Kontinuität: Auf der Mitgliederversammlung in der „Goldenen Pfanne“ Ersheim wurden Ortsvereins-Vorsitzende Ute Stenger und ihr Stellvertreter Carsten Ahlers im Amt bestätigt. Breiten Raum nahm das Flüchtlingsthema ein: Die aktuelle Situation vor Ort wurde in der Diskussion genau beleuchtet. Die SPD will zur Information der Bürger beitragen und eine entsprechende Veranstaltung initiieren.

Selbstkritisch meinte Vorsitzende Stenger, das derzeit beherrschende Thema zu spät aufgegriffen zu haben. Schon länger sei eine Vorstands-Sondersitzung zur Flüchtlingsproblematik angedacht gewesen, die sich leider verzögert habe, entschuldigte sie sich. Deshalb sei es umso besser, dass nun im Rahmen der Mitgliederversammlung viel Zeit zum Diskutieren sei. Von Mitglied Reinhard Mauve gab es Infos aus erster Hand: Er ist selbst im Helferkreis aktiv, der sich um die derzeit 33 in Hirschhorn lebenden Flüchtlinge kümmert.

Wie Mauve sagte, fühle sich der Helferkreis von den gesellschaftlichen Organisationen in der Stadt etwas allein gelassen. Dazu zählte er explizit auch die politischen Parteien und die Kirchen. Laut Mauve gibt es in Hirschhorn durch die dezentrale Unterbringung „gute Unterkunftsbedingungen“. Er ging kurz auf die verschiedenen Nationalitäten der betreuten Familien und Einzelpersonen ein.

„Hauptzielgruppe“ der Helferkreis-Bemühungen sind seinen Worten zufolge die Kinder. Denn Kindergarten und Schule trügen viel zur Integration der Jüngeren bei. Allerdings gelte es auch, den Eltern das System der Schulpflicht zu vermitteln, damit sich ihre Kinder dort über den Umgang mit Gleichaltrigen im fremden Land zurechtfinden und die Sprache lernen könnten.

Mauve lud dazu ein, auf den Helferkreis zuzugehen und auch bei einem Treffen vorbeizuschauen. Dies sagte Ute Stenger postwendend zu. Das ehemalige Magistratsmitglied Gert Heiß lobte die dortige Arbeit „als hoch anerkennenswert“. Er wünschte sich aber auch, vom Helferkreis „mehr Infos zu bekommen, wo noch geholfen werden kann“.

Seitens der Mitgliederversammlung gab es den Wunsch an die Fraktion, über die Stadtverordnetenversammlung den Auftrag für die Ausrichtung einer Bürger-Infoveranstaltung zum Thema Flüchtlinge an den Magistrat zu formulieren. Analog zu ähnlichen Veranstaltungen in verschiedenen Gemeinden des Kreises Bergstraße möchte man die Fachleute aus der Kreisverwaltung mit dem Sozialdezernenten Matthias Schimpf und Mitarbeitern des Flüchtlingsamts an der Spitze nach Hirschhorn holen, erläuterte Thomas Wilken.

Neben aktuellen Infos aus der Stadt selbst durch Bürgermeister Rainer Sens wünsche man sich in diesem Rahmen auch Erläuterungen durch Schimpf, welche Zuweisungen von Kreisseite geplant sind und wie die momentane Flüchtlingssituation aussehe. Breiten Raum soll eine Bürgerfragestunde einnehmen. „Wir wollen den Einwohnern die Möglichkeit geben, ihre Sorgen anzusprechen, damit Unklarheiten und Befürchtungen ausgeräumt werden können“, so Wilken. Die Veranstaltung sei außerdem eine gute Möglichkeit für den Helferkreis, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Das Jahr 2014 sei von der Vorbereitung der Landratswahlen geprägt gewesen, erläuterte die ehemalige Bürgermeister und SPD-Kreistagsabgeordnete Ute Stenger in ihrem Bericht. Aktuell gehe es in die Vorbereitung der Kommunal- und Kreistagswahlen am 6. März 2016. Die Stadt Hirschhorn wie auch den Kreis sah die SPD-Vorsitzende in einer ähnlich desolaten finanziellen Situation. Sie befürchtet unter dem neuen Landrat Engelhardt wenig Unterstützung für die Belange der Kommunen gegenüber dem Land.

„Die Fraktionsarbeit gestaltet sich derzeit nicht so spaßig“, spielte auch Fraktionschef Max Weber auf die finanzielle Misere an, ausgelöst durch einen Gewerbesteuereinbruch. Die Verletzung des Konnexititätsprinzips durch das Land durch Übertragung immer neuer Aufgaben an die Stadt ohne zusätzliche Geldmittel sei ein weiterer Punkt, der negativ auf die städtischen Finanzen wirke.

Nachdem Kassenwart Jan-Paul Adler die leicht positive Kassenentwicklung des Ortsvereins offengelegt hatte, ging es an die Vorstandswahlen. Dort wurde Adler wie auch Stenger und Ahlers in seinem Amt bestätigt. Neuer Pressewart und Schriftführer ist Thomas Wilken, Beisitzer sind Gert Heiß, Matthias Münz und Fabian Polzer. Zu Delegierten für den Unterbezirksparteitag wurden Carsten Ahlers und Thomas Wilken gewählt, Stellvertreter sind Ute Stenger und Jan-Paul Adler.

Mit Blick auf die Kreistagswahl sagte Stenger, dass es für Hirschhorn schwierig sein werde, am 6. März einen Vertreter nach Heppenheim zu schicken. „Schuld“ sei neben der geringen Einwohnerzahl Hirschhorns die Frauenquote, die es einem Mann aus dem Neckartal schwer mache, einen vorderen Listenplatz zu ergattern. Hirschhorner Kreistags-Kandidat wird Thomas Wilken sein, der auch in der Nachfolge von Ute Stenger als Beisitzer für den Unterbezirks-Vorstand kandidieren wird.

„Freudigstes Ereignis“ nannte Stenger die Mitgliederehrungen. „ES ist schön, wenn Menschen so lange der SPD die Treue halten“, sagte sie. Für zehn Jahre wurde Corinna Johe geehrt, für 25 Jahre Max Weber und Martin Mauve. Für Letzteren nahm dessen Vater Reinhard die Urkunde und Anstecknadel entgegen. Den Entschuldigten Dominique Deetjen-Hornek (10), Erika Oelkers, Werner Welsing (25) und Dr. Wolfgang Schuler (40) wird die Auszeichnung nachgereicht.

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