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Einseitig, unvollständig, falsch: Stellungnahme zum RNZ-Artikel „Übernehmen die Stadtwerke auch Hirschhorner Wasser?“, RNZ v. 13.2.21

Für eine Impfmöglichkeit der Hirschhorner in Heidelberg

Es ist doch irgendwie bezeichnend: Da ist im o. g. Artikel von acht SPD-Anträgen die Rede und namentlich genannt werden nicht einmal die Antragsteller mit ihren Argumenten, sondern andere Stadtverordnete mit zum Teil nichtssagenden bzw. nicht zum Thema gehörenden Antworten darauf. Und da soll noch einer denken, die RNZ wäre nicht parteiisch.

Was soll der zitierte Anfangssatz vom Stadtverordneten-Vorsteher, dass er die Anträge nicht auf Stavo-Zuständigkeit prüfte? Das hat mit der Sache doch gar nichts zu tun. Auf die gut und ausführlich begründeten SPD-Anträge wird inhaltlich so gut wie gar nicht eingegangen, es erden quasi nur die Gegenargumente genannt. SPD-Mandatsträger Dirk Gugau etwa hat seinen Antrag ausführlich begründet, warum Baumaßnahmen ab 25.000 Euro aufwärts von der Verwaltung detailliert dargelegt werden sollen. Wir brauchen als Stadtverordnete fundierte Infos.

Denn es gibt laufend Kostensteigerungen bei städtischen Maßnahmen, über die wir frühzeitig und ausführlich informiert werden wollen, als kurz vor knapp zu erfahren, dass es mehr kostet. Wenn das den Gegnern dieses Beschlusses gefällt, dann ist das deren Sache.

Das Vorgehen der Verwaltung geschieht immer nach Schema F. Es kostet mehr – ohne dass Alternativen genannt werden. Aber wir müssen ja trotzdem unbedingt beschließen, sonst könnte ja der Bau ins Stocken kommen. Plus weitere Ausflüchte. Also die Methode Pistole auf die Brust setzen. Die erwähnte Magistratsniederschrift ist absolut kryptisch und für Außenstehende nicht zu verstehen. Das wurde von uns auch angesprochen, findet sich aber, wen wundert’s, nicht im Artikel wieder.

Zum Thema Müll: Hier wird unwidersprochen – wie meistens – eine Äußerung wiedergegeben, dass der Ausfall der Müllabholung „umgehend“ auf der städtischen Homepage publiziert worden sei. Das ist einfach falsch. Das kann man auch erkennen, wenn man nachschaut. Die Meldung wurde Freitagmittag auf die Homepage eingestellt. Die Leerung wäre Dienstagmorgen gewesen.

Thema Facebook-Posts von CDU-Landratskandidat Engelhardt: Ausführliche Ausführungen, warum wir diese Wahlwerbung abstellen wollen, lässt die RNZ einfach unter den Tisch fallen. Schon einmal wurde in einem RNZ-Artikel zu diesem Thema das wichtigste Argument einfach nicht erwähnt, obwohl es in der Zusendung genannt worden war: Dass sich der Bürgermeister in der November-Sitzung der Stadtverordneten laut schriftlichem Protokoll einverstanden erklärte, aufs Teilen dieser Posts zu verzichten – aber zwei Wochen später davon nichts mehr wissen wollte.

Auch seine Antwort, dass der Landrat Sprachrohr der Kommunen in Sachen Corona ist, lenkt vom Thema ab, dass Engelhardts persönliche Wintererlebnisse nichts auf der Hirschhorner Facebook-Seite zu suchen haben. Will man seitens der Stadt über die Corona-Pandemie im Kreis informieren, gibt’s dafür passende Artikel der Kreisverwaltung ohne Wahlkampf-Gesäusel. Aber man müsste eben unparteiisch sein wollen – und nicht mit vielen Worten Werbung für seinen Parteispezi verschleiern wollen.

Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. So wird die wichtige SPD-Resolution für eine wohnortnahe Impfung gegen Corona mit einem Satz abgehandelt. Uns geht es darum, dass Hirschhorner nicht eine Stunde hin und eine Stunde zurück nach Bensheim fahren müssen, sondern sich auch in Mosbach, Heidelberg oder Erbach impfen lassen können. Das wäre sicherlich positiv für die Impfbereitschaft. Was macht die RNZ? Geht einfach inhaltlich überhaupt nicht auf diese Thematik ein. Wie immer bezeichnend. Leider.

Letztendlich liegt‘s ja nicht daran, was die Kollegen im Rund zu unseren Anträgen sagten, sondern an der Gewichtung und Erwähnung der Aussagen im Artikel durch den Schreiber. Und da, ich wiederhole mich, ist es eindeutig erkennbar, dass es nicht um den Antrag als solches geht, sondern darum, ihn durch willkürlich herausgegriffene Zitate ohne Erwähnung der sachlichen Hintergründe schlecht zu schreiben. Mit diesem Artikel hat sich die RNZ im Vorfeld der Kommunalwahl einen Bärendienst erwiesen. Er ist tendenziös, einseitig, unvollständig, falsch, schlecht recherchiert und verfasst.

https://www.rnz.de/nachrichten/eberbach_artikel,-hirschhorn-Uebernehmen-die-stadtwerke-auch-hirschhorner-wasser-_arid,625870.html