Hirschhorn

SPD Hirschhorn: Vertiefte Zusammenarbeit mit Oberzent wird angestrebt

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Eine engere interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) ist über den gemeinsamen Standesamts- und Ordnungsbehördenbezirk hinaus mit dem benachbarten Neckarsteinach nicht möglich, lautete der Tenor einer gemeinsamen Sitzung von Hirschhorner SPD-Fraktion und -Vorstand. Deshalb wollen die Sozialdemokraten jetzt ganz neu denken und den Blick nicht mehr nach Süden, sondern nach Norden richten: Richtung Oberzent.

Das lang andauernde Hickhack mitsamt zähem Hin-und-her ums liebe Geld beim Standesamtsbezirk, andauernde Frustrationen wegen mangelnder Kontrollen des ruhenden Verkehrs im Ordnungsamtsbezirk, keine Einigung auf ein gemeinsames Mitteilungsblatt als grundlegende Basis: Genug ist genug, erklärt Fraktionsvorsitzender Max Weber frustriert. Der, eigentlich ein Befürworter der engeren Kooperation mit der Vierburgenstadt zehn Kilometer neckarabwärts, holte sich so oft eine blutige Nase bei den Nachbarn, dass er nun die Hoffnung darauf aufgegeben hat.

In Zeiten stetig wachsender Aufgaben, die kleine Kommunen nur schwer erfüllen können, ist eine interkommunale Zusammenarbeit jedoch das Gebot der Stunde, um Verwaltungs-Ressourcen sinnvoll einsetzen zu können, betont Vorstandsmitglied Thomas Wilken. Denn auch wenn Hirschhorn nur 3500 Einwohner hat, muss es im Prinzip die gleichen Leistungen vorhalten wie die ungleich größeren Bensheim oder Michelstadt – und das mit viel weniger Personal.

Das lässt sich in einem Verbund viel besser schaffen, als wenn eine Stadt als Einzelkämpfer auftritt, weiß Fraktionsmitglied Dirk Gugau. Größere Verwaltungseinheiten sind deshalb das Gebot der Stunde – in welcher Form auch immer eine Kooperation ablaufen könnte. Der SPD-Antrag zum Haushalt 2020, die bisherige hauptamtliche Bürgermeisterstelle in eine ehrenamtliche umzuwandeln und damit im Jahr 80.000 Euro zu sparen, ist ebenfalls ein Schritt in diese Richtung.

Denn Hirschhorn hat immer weniger Geld zur Verfügung – und die Corona-Nachwirkungen lassen Schlimmes befürchten. Das einzige Mittel für eine Kommune: die Grundsteuer erhöhen. „Da machen wir nicht mit“, hebt Weber hervor. Schon in diesem Jahr stemmte sich die SPD mit aller Macht gegen die letztendlich mit den Stimmen von CDU und Profil beschlossene Anhebung auf 700 Prozentpunkte.

Die Diskussion wird aber 2021 wiederkommen, denn die Kassen sind leer. „Mit uns wird es keine weitere Belastung der Hirschhorner Bürger geben“, macht Weber deshalb klar. Schon jetzt sind Gebühren und Angaben am oberen Limit, mahnt Beisitzer Gert Heiß. Mehr kann man seinen Worten nach den durch Corona von Kurzarbeit geplagten und Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen auf keinen Fall zumuten, ist er sich mit den Kollegen einig.

Schon länger gilt die heimliche Liebe der Sozialdemokraten am Neckar der neuen, großen Stadt am Berge, mit der es bereits etliche Bezugspunkte gibt. In Oberzent weiß man die IKZ-Profis am Werk, die aus den vier früheren Gemeinden Beerfelden, Rothenberg, Hesseneck und Sensbachtal in aufwändiger Vorarbeit 2018 die flächenmäßig drittgrößte Stadt Hessens mit über 10.000 Einwohnern formten.

Da die IKZ von der Landesregierung forciert wird, geht die SPD davon aus, dass die unterschiedlichen Zugehörigkeiten von Hirschhorn (Kreis Bergstraße) und Oberzent (Odenwaldkreis) kein Problem darstellen sollten, so Ortsvereinsvorsitzender Carsten Ahlers. Mit den dortigen Genossen wurde bereits Kontakt aufgenommen. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Ihrig, früherer Bürgermeister von Hesseneck, freut sich auf den interessanten Ideen-Austausch. Ein erstes Treffen ist für die Zeit nach der Sommerpause angedacht.

Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer, der als Projektleiter lange Jahre die Fusion im südlichen Odenwaldkreis von der Pike auf begleitete, ist kompetenter Ansprechpartner, wenn es um ein gemeinsames Miteinander geht. Er ist für Gespräche mit der Nachbarstadt offen, signalisierte er bereits. Die Hirschhorner SPD will nun nach der Sommerpause die Thematik ins Stadtparlament einbringen und Prüfungen anstoßen, in welchen Bereichen durch gemeinsames Agieren Synergieeffekte möglich wären.

 


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